Cannabis: Schmerzen, gesteigerter Appetit und sexuelles Verlangen

Cannabis : Douleur, Augmentation d’appétit et Désir sexuel

Cannabis ist eine Pflanze, die vielfältig genutzt wird. Manchmal gilt sie als äußerst schädlich. Andererseits wird ihr ein breites Spektrum an positiven Wirkungen auf Mensch und Tier zugeschrieben. So könnte Cannabis beispielsweise bei Patienten mit Colitis ulcerosa Schmerzen lindern, den Appetit steigern und das sexuelle Verlangen verbessern. Dies legt zumindest eine in PLOS ONE veröffentlichte Studie nahe. Über die Studie: Die Studie wurde im Meir Medical Center in Kfar Saba durchgeführt. Die Forscher gingen von folgender Prämisse aus: „Cannabis wird häufig von Patienten mit Colitis ulcerosa konsumiert, doch kontrollierte Studien sind selten. Wir wollten daher die Wirkung von Cannabis auf die Verbesserung des klinischen und entzündlichen Zustands bei Patienten mit Colitis ulcerosa untersuchen.“ Zur Information: Colitis ulcerosa ist eine chronische Darmerkrankung, die zu Entzündungen des Verdauungstrakts führt. Um die Symptome genau zu verstehen, ist eine ärztliche Diagnose erforderlich. Zu den möglichen Symptomen gehören unter anderem: rektale Blutungen, blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe, Schmerzen, Appetitlosigkeit und verminderte Libido. Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit von Cannabis zu untersuchen.

Zielgruppe und Methodik: Wie jede wissenschaftliche Studie hatte auch diese eine definierte Zielgruppe und eine festgelegte Methodik. Die Zielgruppe waren Patienten mit Colitis ulcerosa. Um eine repräsentative Stichprobe zu erhalten, wählten die Forscher 32 Patienten aus einem Pool von etwa einhundert Personen aus. Insgesamt wurden 126 Patienten gescreent, von denen 43 ihre Einwilligung verweigerten, 39 eine inaktive Erkrankung mit einem Lichtiger-Score ≤ 1 aufwiesen, 9 Patienten die Einschlusskriterien nicht erfüllten und 3 bereits mit medizinischem Cannabis behandelt wurden. Somit wurden 32 Patienten rekrutiert, die die Studie alle abschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 30 Jahre (Spanne: 26–40 Jahre), 14 der Patienten waren Frauen (43 %). Eine linksseitige Kolitis wurde bei 8 Patienten (25 %) und eine ausgedehnte oder Pankolitis bei 24 Patienten (75 %) festgestellt. Die durchschnittliche Länge des betroffenen Kolonsegments betrug 46 ± 20 cm. 24 Patienten (75 %) hatten nie Tabak geraucht, 6 (18 %) hatten in der Vergangenheit geraucht und 2 (6,3 %) rauchten während der Studie noch.

Die angewandte Methode war wie folgt:

In einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielten Patienten über 8 Wochen entweder Zigaretten mit 0,5 g getrockneten Cannabisblüten und 80 mg Tetrahydrocannabinol (THC) oder Placebo-Zigaretten. Krankheitsparameter wie der Lichtiger-Krankheitsaktivitätsindex, das C-reaktive Protein (CRP), Calprotectin, der Mayo-Endoskopie-Score und die Lebensqualität wurden vor, während und nach der Behandlung erfasst.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Forscher: Die Ergebnisse der Forscher bestätigten ihre anfänglichen Annahmen, nämlich dass Cannabis bei Colitis ulcerosa helfen könnte.

Die Pflanze verbesserte Berichten zufolge die Lebensqualität der Patienten. Insbesondere linderte sie die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen, den Appetitverlust und die verminderte Libido. Die folgenden Daten sind zwar recht technisch, werden aber dennoch präsentiert.

Der Lichtiger-Index verbesserte sich in der Cannabis-Gruppe von 10,9 (IQR 9–14) auf 5 (IQR 1–7) (p < 0,000) und in der Placebo-Gruppe von 11 (IQR 9–13) auf 8 (IQR 7–10) (p = 0,15; p zwischen den Gruppen 0,001). Die Lebensqualität verbesserte sich in der Cannabis-Gruppe von 77 ± 4 auf 98 ± 20 (p = 0,000), nicht jedoch in der Placebo-Gruppe (78 ± 3 in Woche 0 und 78 ± 17 in Woche 8; p = 0,459; p zwischen den Gruppen 0,007). Der endoskopische Mayo-Score veränderte sich in der Cannabis-Gruppe von 2,13 ± 1 auf 1,25 ± 2 (p = 0,015) und in der Placebo-Gruppe von 2,15 ± 1 auf 1,69 ± 1 (p = 0,367; p-Wert zwischen den Gruppen: 0,17). Auf Grundlage dieser Ergebnisse zogen die Autoren Schlussfolgerungen, die wir wörtlich wiedergeben:

„Die Kurzzeitbehandlung mit hoch-THC-haltigem Cannabis führte bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer aktiver Colitis ulcerosa zu einer klinischen Remission und einer verbesserten Lebensqualität. Diese positiven klinischen Effekte korrelierten jedoch nicht mit einer signifikanten entzündungshemmenden Verbesserung des endoskopischen Mayo-Scores oder der Laborparameter für Entzündungen (Clinicaltrials.gov NCT01040910).“ „Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend erscheinen lassen, sind weitere Studien in diesem Bereich unerlässlich. Dies ermöglicht einen Vergleich der Resultate und trägt zu einem noch besseren Verständnis der Vorteile von Cannabis insbesondere bei Colitis ulcerosa sowie bei Symptomen wie Schmerzen, Appetitlosigkeit und verminderter Libido bei. Darüber hinaus könnte es dazu beitragen, wirksame und risikoärmere Behandlungen für Patienten auf den Markt zu bringen. Denn, wie die Forscher selbst sagen:“„Das Ansprechen auf die derzeit verfügbaren Behandlungen ist insgesamt auf 40–60 % begrenzt, und bei etwa 50 % der Patienten tritt ein sekundärer Wirkungsverlust auf. Darüber hinaus birgt die derzeitige Behandlung zahlreiche Langzeitrisiken, darunter bösartige Tumore, Infektionen und eine verminderte Knochendichte.“

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( Rédacteur en chef spécialisé en CBD )
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