Cannabidiol (CBD) stößt in der Wissenschaft, der Medizin und der Öffentlichkeit auf zunehmendes Interesse. Dieses in Cannabis vorkommende Molekül besitzt zahlreiche therapeutische Eigenschaften, ohne die psychoaktive Wirkung seines Verwandten THC hervorzurufen. Angesichts seiner wachsenden Beliebtheit stellt sich oft die Frage: Schadet CBD den Nervenzellen? In diesem Artikel untersuchen wir die Wirkung von CBD auf unser Gehirn, seine neuroprotektiven Eigenschaften und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema. Was ist CBD und wie wirkt es auf unser Gehirn?
Sommaire
ToggleCBD ist eines der vielen Cannabinoide der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC), dem Hauptwirkstoff, der für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich ist, ruft es keine Euphorie oder Halluzinationen hervor.
CBD wirkt primär durch die Interaktion mit den CB1- und CB2-Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems (ECS). Das ECS ist an verschiedenen Körperfunktionen beteiligt, wie der Regulierung von Schmerz, Stimmung, Appetit und Schlaf, und trägt zur ordnungsgemäßen Funktion des zentralen und peripheren Nervensystems bei. Durch die Bindung an diese Rezeptoren kann CBD einen positiven Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen ausüben.
Eigenschaften von CBD im Nervensystem
CBD wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften für eine Reihe neurologischer Erkrankungen erforscht. Insbesondere konnte gezeigt werden, dass:
- CBD antioxidativ wirkt und Zellen vor Schäden durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und andere freie Radikale schützt, die zum Zelltod, einschließlich des neuronalen Zelltods, führen können; es Hirnentzündungen reduziert, indem es die Produktion entzündungsfördernder Zytokine moduliert, welche zur Entwicklung verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen beitragen können;es wirkt als
- Ein Regulator der neuronalen Aktivität insbesondere durch die Reduzierung übermäßiger neuronaler Erregung und die Vorbeugung von Krampfanfällen bei Epilepsiepatienten;
- es fördert die Neurogenese
- d. h. die Bildung neuer Neuronen in bestimmten Hirnregionen, was bei Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen von Vorteil sein könnte. Schadet CBD Neuronen?
Angesichts der oben genannten Eigenschaften wäre es überraschend, wenn CBD Neuronen zerstören würde. Tatsächlich zeigen bisherige Studien, dass CBD eine schützende Wirkung auf Neuronen haben kann sowohl strukturell als auch funktionell. Entgegen mancher Fehlvorstellungen gibt es daher keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass CBD Neuronen „zerstört“ oder Hirnschäden verursacht.
Forschung zu CBD und neurologischen Erkrankungen
- Mehrere Studien haben die Wirkung von CBD im Zusammenhang mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen untersucht, darunter: Alzheimer-Krankheit:
- Präklinische Studien haben gezeigt, dass CBD die Produktion von Beta-Amyloid-Proteinen reduzieren kann, die für die Bildung der für diese Krankheit charakteristischen senilen Plaques verantwortlich sind; Parkinson-Krankheit: In-vitro-Experimente haben die schützende Wirkung von CBD auf dopaminerge Zellen gezeigt, deren Absterben für die bei Parkinson-Patienten beobachteten motorischen Störungen verantwortlich ist.
- Multiple Sklerose: Klinische Studien an Tiermodellen haben gezeigt, dass CBD Symptome lindern kann, die mit Entzündungen und der Demyelinisierung von Nervenfasern bei dieser Autoimmunerkrankung einhergehen.
Allerdings sind weitere Forschungen erforderlich, um diese vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen und die Wirksamkeit von CBD als potenzielle Behandlungsmethode für diese neurodegenerativen Erkrankungen zu bewerten.Hat CBD Nebenwirkungen auf das Gehirn?
Bisherige Studien deuten zwar darauf hin, dass CBD im Allgemeinen gut vertragen wird, dennoch können Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:
- Müdigkeit;
- Schwindel oder Benommenheit;
Schläfrigkeit, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme anderer Beruhigungsmittel;
Veränderungen des Appetits oder des Gewichts.
Es ist außerdem wichtig zu betonen, dass die Qualität und Zusammensetzung von im Handel erhältlichen CBD-Produkten, insbesondere hinsichtlich der Cannabinoidkonzentration, stark variieren können. Daher ist es unerlässlich, ein Produkt von einem vertrauenswürdigen Anbieter zu wählen und die Anwendung vor Behandlungsbeginn mit einem Arzt oder Apotheker zu besprechen. Wechselwirkungen mit anderen MedikamentenCBD kann mit bestimmten Medikamenten interagieren, deren Verstoffwechselung in der Leber verändern und möglicherweise deren Wirksamkeit beeinträchtigen. Beispielsweise kann CBD die Wirkung von Cytochrom P450 hemmen, einem Enzym, das für den Abbau vieler Medikamente in der Leber verantwortlich ist. Dies kann zu höheren als erwarteten Blutkonzentrationen bestimmter Substanzen und damit zu einem erhöhten Risiko von Nebenwirkungen führen.