Der französische Kassationsgerichtshof hat kürzlich zum Thema CBD-Konsum am Steuer entschieden und festgestellt, dass der Nachweis von THC-Spuren im Körper eine Straftat darstellt. Diese Entscheidung wirft mehrere Fragen auf und sorgt für Besorgnis unter CBD-Konsumenten, deren Legalität in Frankreich unter bestimmten Bedingungen dennoch gewährleistet ist. Der rechtliche Kontext von CBD in Frankreich
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ToggleCannabidiol (CBD) ist ein aus Cannabis gewonnenes Molekül mit anerkannten entspannenden und therapeutischen Wirkungen, jedoch ohne die psychoaktiven Eigenschaften von Tetrahydrocannabinol (THC). In Frankreich sind Verkauf und Konsum von CBD erlaubt, sofern das Produkt nicht mehr als 0,3 % THC enthält.
Diese Gesetzgebung scheint nun jedoch im Widerspruch zur Realität des Straßenverkehrs zu stehen. Ein umstrittenes Urteil des KassationsgerichtshofsIn einem Urteil vom vergangenen Mittwoch
stellte der Kassationsgerichtshof fest, dass sich ein Fahrer des Fahrens unter Drogeneinfluss schuldig macht, wenn Spuren von THC in seinem Körper nachgewiesen werden, unabhängig von der Herkunft dieser Spuren (CBD oder herkömmliches Cannabis). Der Konsum von CBD könnte daher beim Autofahren strafrechtlich verfolgt werden, selbst wenn er an sich legal ist.
- Straftat mit bis zu zwei Jahren Haft
- Der Nachweis von THC im Blut eines Fahrers kann nun zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, einer Geldstrafe und dem Entzug des Führerscheins führen.
12-Punkte-Abzug für Fahren unter Drogeneinfluss
Innenminister Gérald Darmanin plant, einen 12-Punkte-Abzug für Fahrer, die positiv auf Drogen getestet werden, flächendeckend einzuführen.
Die Auswirkungen dieser Rechtsentscheidung
Verkehrssicherheit – eine nationale Priorität
Jährlich sterben in Frankreich fast 600 Menschen bei Unfällen mit Fahrern unter Drogeneinfluss. Besonders betroffen sind Unfälle nachts und an Wochenenden. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen muss die Regierung handeln und präventive Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Die Entscheidung des Kassationsgerichts hat dennoch Fragen und Bedenken bei CBD-Konsumenten aufgeworfen, die nun bei einer Polizeikontrolle mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Einige halten diese Maßnahme für unverhältnismäßig und bemängeln, dass sie die Unterschiede zwischen CBD und psychoaktivem Cannabis nicht berücksichtigt.
Verbesserungspotenzial für eine bessere Regulierung Präzisere Tests zur Unterscheidung von THC und CBD
- Um den CBD-Konsum am Steuer besser zu regulieren, wären Speicheltests erforderlich, die THC-Spuren von CBD und den Spuren in herkömmlichem Cannabis unterscheiden können. Diese Unterscheidung würde es ermöglichen, nur Fahrer zu verfolgen, die illegale und/oder gefährliche Produkte konsumiert haben.
- Aufklärungskampagne zu den Risiken von CBD am Steuer