CBD, oder Cannabidiol, ist eine chemische Verbindung aus der Familie der Cannabinoide, die in Cannabis vorkommt. Es hat in letzter Zeit aufgrund seiner zahlreichen potenziellen therapeutischen Eigenschaften an Popularität gewonnen, beispielsweise bei der Linderung chronischer Schmerzen, der Behandlung von Epilepsie und der Reduzierung von Stress und Angstzuständen. Bevor Sie dieses nützliche natürliche Nahrungsergänzungsmittel jedoch in Ihre tägliche Routine integrieren, ist es wichtig, sich über mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten, insbesondere gleichzeitig verschriebenen wie Lisinopril, zu informieren. In diesem Artikel werden wir zunächst die allgemeinen Wirkungsweisen von Lisinopril erläutern und anschließend untersuchen, wie CBD mit diesem Medikament interagieren kann. Was ist Lisinopril und wann wird es verschrieben?
Sommaire
ToggleLisinopril ist ein blutdrucksenkendes Medikament aus der Gruppe der ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer). Es wird in Europa häufig unter verschiedenen Markennamen wie z. B.
Zestril, Prinivil oder Lisodura verschrieben.
Lisinopril wird hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt – zwei Erkrankungen, die unbehandelt lebensbedrohlich sein können. ACE-Hemmer wirken, indem sie die Wirkung des Enzyms blockieren, das für die Umwandlung von Angiotensin verantwortlich ist. Angiotensin ist ein Hormon, das die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Indem Lisinopril die Produktion dieses Hormons hemmt, fördert es die Erweiterung der Blutgefäße und reduziert so die mit Bluthochdruck verbundenen Risiken.
Mögliche Wechselwirkungen mit CBD
CBD gilt allgemein als sicher und wird von den meisten Anwendern gut vertragen, ohne nennenswerte Nebenwirkungen zu verursachen. Die gleichzeitige Einnahme von CBD mit bestimmten anderen Medikamenten kann jedoch aufgrund veränderter Stoffwechselprozesse zu unerwünschten Wirkungen führen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Cannabidiol die Aktivität bestimmter Enzyme des Cytochrom-P450-(CYP450)-Enzymsystems in der menschlichen Leber hemmen kann. Diese Enzyme sind essenziell für den Abbau von Krankheitserregern, Toxinen und verschiedenen Medikamenten und ermöglichen so deren Ausscheidung aus dem Körper. Wird ihre Funktion durch CBD beeinträchtigt, können sich die Plasmakonzentrationen bestimmter Medikamente verändern, was potenziell eine Über- oder Unterdosierung der Wirkung auslösen kann.
Die Rolle von Cytochrom P450
- Eine der Hauptaufgaben von Cytochrom P450 ist die Verstoffwechselung eingenommener Medikamente und deren Abbau in einfachere, vom Körper ausscheidbare Bestandteile. Wird der CB1-Cannabinoidrezeptor des Endocannabinoid-Systems aktiviert, kann er eine hemmende Wirkung auf bestimmte CYP450-Enzyme (einschließlich der Isoenzyme CYP3A4 und CYP2D6) ausüben und dadurch deren normale Funktion stören.
- Wechselwirkungen zwischen CBD und dem Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer Lisinopril (ACE-Hemmer)
Bislang liegen keine präzisen wissenschaftlichen Daten zu einer direkten Wechselwirkung zwischen CBD und Lisinopril vor. Es ist jedoch bekannt, dass das Antihypertensivum primär über das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP3A4 verstoffwechselt wird. Dieses Enzym ist auch für den Metabolismus von etwa 50 % aller auf dem Markt befindlichen Medikamente verantwortlich. Die gleichzeitige Einnahme von CBD und Lisinopril könnte daher theoretisch den Lisinopril-Plasmaspiegel im Körper verändern und dessen Konzentration – abhängig von den individuellen biologischen Parametern des Patienten – erhöhen oder senken.
CBD-induzierte Enzymhemmung: Wenn CBD die Wirkung des am Lisinopril-Metabolismus beteiligten Isoenzyms CYP3A4 hemmt, könnte dies zu einem Anstieg der Lisinopril-Konzentration im Blut führen. Dies könnte eine stärkere blutdrucksenkende Wirkung und ein erhöhtes Risiko für Hypotonie sowie weitere Nebenwirkungen wie Schwindel, Atemnot, extreme Müdigkeit oder Nierenprobleme zur Folge haben. Eine Studie aus dem Jahr 2019 zeigte, dass CBD die CYP3A4-Aktivität potenziell signifikant hemmen kann.
Umgekehrt besteht auch das Risiko einer verminderten Wirksamkeit von Lisinopril, wenn CBD die für seinen Abbau verantwortlichen Cytochrom-P450-Enzyme stimuliert. In diesem Fall würde das Molekül schneller aus dem Körper ausgeschieden, was zu schlecht eingestelltem Blutdruck und langfristig zu Folgeerkrankungen (Herzinsuffizienz, Schlaganfall usw.) führen kann.
- Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Hypothesen hauptsächlich auf Annahmen darüber beruhen, wie CBD und Lisinopril die Leber beeinflussen, und nicht auf endgültigen Schlussfolgerungen aus klinischen Studien am Menschen. Darüber hinaus ist es entscheidend zu wissen, dass jeder Mensch unterschiedlich auf verschiedene Substanzen reagiert. Daher ist es immer ratsam, vor Beginn einer CBD-Behandlung in Kombination mit anderen Medikamenten einen Arzt zu konsultieren.
- Welche Hinweise gibt es für Anwender von CBD und Lisinopril?
Wenn Sie CBD in Ihre tägliche Routine integrieren möchten, während Sie Lisinopril einnehmen, wird dringend empfohlen, vorher Ihren Arzt zu konsultieren. Er kann Ihnen helfen festzustellen, ob die Kombination dieser beiden Substanzen für Ihre medizinische Situation sicher und geeignet ist und die Dosierung gegebenenfalls anpassen.
