Seit einigen Jahren erfreut sich CBD (Cannabidiol) aufgrund seiner therapeutischen Vorteile zunehmender Beliebtheit. Dieses in Cannabis vorkommende Molekül wird mittlerweile in Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika zur Linderung verschiedener Beschwerden wie chronischer Schmerzen, Schlaflosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. In manchen Fällen werden gängige Medikamente wie Paracetamol gleichzeitig mit CBD eingenommen. Daher stellt sich die berechtigte Frage, ob Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Substanzen bestehen und ob diese ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. Betrachten wir diese Frage genauer. CBD und Paracetamol: Wirkungsweise und Anwendung
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ToggleCBD: Wirkstoffe und Vorteile
CBD ist eines der vielen Cannabinoide der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu THC, einem weiteren Bestandteil von Cannabis, hat CBD keine psychoaktive oder euphorisierende Wirkung. Seine therapeutischen Eigenschaften sind vielfältig. Es ist bekannt dafür:
- Entzündungen zu bekämpfen;
- chronische Schmerzen zu lindern;
- Angstzustände und Schlafstörungen zu reduzieren;
Übelkeit und Erbrechen zu lindern;
Schutz des Nervensystems usw.
Die Wirkungsweise von CBD beruht auf seiner Interaktion mit dem Endocannabinoid-System (ECS), einem komplexen Netzwerk von Rezeptoren im gesamten Körper, das verschiedene Funktionen wie die Regulierung der Schmerzwahrnehmung, der Stimmung, des Schlafs und des Appetits erfüllt.
Paracetamol: ein gängiges Schmerzmittel und Fiebermittel
Paracetamolist das Standard-Schmerzmittel zur Linderung leichter bis mittelschwerer Schmerzen und zur Senkung von Fieber. Es ist weit verbreitet, rezeptfrei erhältlich und fester Bestandteil des Alltags vieler Verbraucher. Der Wirkmechanismus von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt. Es scheint jedoch die Synthese von Prostaglandinen zu hemmen, Molekülen, die für die Schmerzweiterleitung und die Entstehung von Entzündungen verantwortlich sind, und gleichzeitig auf den Hypothalamus einzuwirken, um Fieber zu senken.
Mögliche Wechselwirkung zwischen CBD und Paracetamol Leberstoffwechsel und Cytochrom P450
Die wichtigste Frage bezüglich der Wechselwirkung zwischen CBD und Paracetamol
betrifft deren Stoffwechsel, also den Prozess, durch den diese Substanzen abgebaut und aus dem Körper ausgeschieden werden. Dieser Stoffwechsel findet hauptsächlich in der Leber statt, wo sich spezifische Enzyme, die sogenannten Cytochrom P450, befinden.
CBD
wird durch verschiedene Cytochrome metabolisiert, von denen CYP3A4 und CYP2C19 die wichtigsten sind. Die Konzentrationen dieser Cytochrome können individuell variieren, abhängig von Faktoren wie Genetik, Umwelt oder der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten, die deren Aktivität beeinflussen. Paracetamol hingegen wird primär über das Cytochrom CYP2E1 metabolisiert, mit einem geringen Beitrag von CYP1A2 und CYP3A4.
Risiko einer Wechselwirkung zwischen CBD und Paracetamol Da CBD und Paracetamol teilweise über dieselben Cytochrome metabolisiert werden können, besteht ein potenzielles Risiko einer Wechselwirkung. CBD könnte bestimmte Enzyme „sättigen“ und dadurch die Fähigkeit der Leber, Paracetamol zu verarbeiten, beeinträchtigen. Dies könnte zu einer Anreicherung von Paracetamol im Körper und einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen oder Lebertoxizität führen.Es fehlen konkrete Daten zur Wechselwirkung zwischen CBD und Paracetamol.
Trotz dieser theoretischen Möglichkeit einer Wechselwirkung ist zu betonen, dass Studien zu CBD und seinen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten noch begrenzt sind. Derzeit liegen keine wissenschaftlichen Daten vor, die eine gefährliche Wechselwirkung zwischen CBD und Paracetamol eindeutig belegen.
Ebenso wurden in der Literatur keine Fälle von Lebertoxizität im Zusammenhang mit dieser Wechselwirkung berichtet.