Deutschland lehnt den Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken entschieden ab, die Hoffnungen auf eine Reform schwinden.

L'Allemagne rejette fermement le projet de loi sur la légalisation de la marijuana à des fins récréatives

Das Team von CBD.fr hat den Artikel aus MARIJUANA DAILY BUSINESS für Sie ins Französische übersetzt… Sie finden den Originalartikel von Alfredo Pascual

Inhaltsverzeichnis

Der deutsche Bundestag hat einen Gesetzentwurf zur Legalisierung eines streng kontrollierten Marktes fĂĽr Cannabis fĂĽr Erwachsene abgelehnt. Dies ist ein schwerer RĂĽckschlag fĂĽr die BemĂĽhungen um eine Reform des Freizeitkonsums von Cannabis in Deutschland.

Die Ablehnung erfolgte, obwohl die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten einer Partei angehört, die eine bestimmte Art von Reform befürwortet. Legalisierungsbemühungen in dieser Legislaturperiode sind äußerst unwahrscheinlich, da:

Die christdemokratische Partei Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel jegliche Liberalisierung ablehnt.

  • Die SPD unterstĂĽtzt zwar eine Form der Reform – zumindest die Zulassung von Pilotprojekten –, doch die Cannabisreform stößt bei den Sozialdemokraten auf taube Ohren. Sie stimmen lieber mit ihrem Koalitionspartner, der Union, ab.
  • Ohne die Zustimmung zumindest einiger Mitglieder der Regierungskoalition – die ĂĽber die parlamentarische Mehrheit verfĂĽgt – ist eine Legalisierung ausgeschlossen. Zwar befĂĽrworten die meisten Oppositionsparteien eine Form der Legalisierung, doch befinden sie sich weiterhin in der Opposition und können sich nicht auf deren Umsetzung einigen. Der abgelehnte Gesetzentwurf wurde von den GrĂĽnen eingebracht und erhielt lediglich die UnterstĂĽtzung der Linkspartei. Die Stimmen beider Parteien zusammen reichten nicht aus. Die FDP enthielt sich der Stimme.

Die FDP-Abgeordneten stimmten zwar fĂĽr die Legalisierung, lehnten aber den konkreten Gesetzentwurf der GrĂĽnen ab und bevorzugten einen pragmatischeren Ansatz.

Wieland Schinnenburg, der drogenpolitische Sprecher der FDP, erklärte, seine Partei wolle ein „Cannabisfreiheitsgesetz“ anstelle des von den Grünen vorgeschlagenen „Cannabiskontrollgesetzes“. Letzteres sei „voller Vorschriften“, die einen funktionierenden legalen Cannabismarkt verhindern würden. Wie erwartet, stimmten die Parteien der Regierungskoalition, Union und SPD, gegen den Gesetzentwurf.

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Ohne ihre Stimmen ist eine Legalisierung in absehbarer Zeit unwahrscheinlich, entgegen den Prognosen einiger kanadischer Cannabis-Experten. SPD-Abgeordnete, die sich zu dem Thema äußerten, signalisierten zwar ihre Unterstützung für eine gewisse Lockerung der Cannabisgesetze, lehnten den Legalisierungsgesetzentwurf jedoch aus Gründen der Koalitionsdisziplin ab. Die Union – die größte Fraktion im Bundestag – lehnte den Gesetzentwurf ab, da ihre Mitglieder jegliche Reform des Freizeit-Cannabis strikt ablehnen. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) war die einzige Oppositionspartei, die gegen den Gesetzentwurf stimmte.

Weitere Anträge

Mehrere von Oppositionsparteien eingebrachte Anträge zum Thema Cannabis wurden ebenfalls abgelehnt. Dazu gehörten folgende Vorschläge:

Die AfD wollte medizinische Cannabisprodukte wie jedes andere Medikament behandeln und einen Wirksamkeitsnachweis verlangen. Dieser Antrag wurde entschieden zurĂĽckgewiesen. Er war das einzige positive Ergebnis des Tages fĂĽr die regulierte Cannabisbranche, die sich fĂĽr eine Lockerung der Vorschriften ausspricht.

Die FDP wollte den Freizeitkonsum von Cannabis erlauben.

  • Die FDP strebt eine deutliche Steigerung des Anbaus von medizinischem Cannabis in Deutschland an.
  • Die Linke will den Besitz von bis zu 15 Gramm Cannabis entkriminalisieren.

Ein weiterer Antrag der Linken, der eine geringe Menge THC im Blut beim Autofahren – vergleichbar mit der derzeitigen Höchstgrenze für Alkohol in Deutschland – erlauben soll, wurde dem Verkehrsausschuss des Bundestages zur weiteren Beratung vorgelegt. Angesichts der geringen Chancen auf eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken in der laufenden Legislaturperiode stellt sich die Frage, was nach der nächsten Bundestagswahl, die in etwa einem Jahr erwartet wird, geschehen wird. Obwohl es noch zu früh ist, die Ergebnisse vorherzusagen – insbesondere, welche Parteien regieren und welche in der Opposition sein werden –, gibt es ein positives Zeichen für die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Grünen auf Kosten der SPD an Popularität gewinnen.

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Obwohl sowohl die SPD als auch die Grünen eine Legalisierung von Cannabis befürworten, scheint die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken für die Grünen eine höhere Priorität zu haben.

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( Rédacteur en chef spécialisé en CBD )
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