Die US-Steuerbehörde IRS sorgt mit ihrer Prüfung für Aufruhr in der US-Cannabisbranche.Der Internal Revenue Service (IRS) ist die US-Bundesbehörde, die Einkommensteuer und diverse andere Steuern – darunter Lohn-, Körperschaft- und Erbschaftssteuer – erhebt und die Steuergesetze im Zusammenhang mit dem US-Bundeshaushalt durchsetzt. Unternehmen, die sich auf Cannabis und Cannabisprodukte spezialisiert haben, befinden sich seit der Ankündigung der IRS-Prüfung in einer schwierigen Lage. Im Folgenden betrachten wir die wichtigsten Punkte der Prüfung genauer.
Sommaire
ToggleInhaltsverzeichnis
- Eine Prüfung, die seit Jahren vorbereitet wird
- Enorme Risiken für Unternehmen, die die Vorschriften nicht einhalten
- Die Prüfverfahren für Cannabisunternehmen
Eine Prüfung, die seit Jahren vorbereitet wird
Nach der Ankündigung der IRS-Prüfung von Cannabisunternehmen mag mancher denken, diese Entscheidung sei innerhalb weniger Wochen gefallen. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Prüfung wurde sorgfältig vorbereitet. Die Behörde schult ihre Prüfer seit fast acht Jahren speziell für die Prüfung dieser Unternehmen. Zu diesem Zweck werden die Prüfer in allen Details der Prüfung von Cannabisunternehmen geschult. Diese Schulung erfolgt anhand von PowerPoint-Präsentationen, die alles detailliert beschreiben, einschließlich rechtlicher Präzedenzfälle und Fragen, die in Gesprächen mit Geschäftsinhabern gestellt werden sollten. Aus dieser Perspektive bietet die Schulung bereits einen Überblick über die Maßnahmen und Prozesse, die in der Praxis im Vordergrund stehen werden. Dabei sind einige Details bemerkenswert, beispielsweise die Tatsache, dass sich viele Schulungsmaterialien auf die grundlegenden Prinzipien der Branche konzentrieren. Dies gilt insbesondere für die Erläuterung von Abschnitt 280E des US-amerikanischen Steuergesetzes (Internal Revenue Code).oder die Diskussion von Präzedenzfällen. Einige davon sind Jahrzehnte alt. Das Ziel all dessen ist sicherzustellen, dass Cannabisunternehmen in den USA die in ihrem jeweiligen Bundesstaat geltenden Steuergrundsätze einhalten. Dazu heißt es auf einer Folie:„Wie in jeder neuen Branche investiert die US-Steuerbehörde (IRS) weiterhin Ressourcen, um die Einhaltung der Steuervorschriften zu gewährleisten.“
Enorme Risiken für Unternehmen, die sich nicht daran halten. Diese Prüfung dient nicht dazu, Geschäftsinhaber zu beschwichtigen. Vielmehr ist das oberste Ziel, Unternehmen, die gegen die Steuergesetze ihres Bundesstaates verstoßen, streng zu bestrafen. In diesem Zusammenhang hat die IRS die Befugnis, die Substanzen zu beschlagnahmen und zu verkaufen. Genau das bereitet vielen Inhabern in den USA große Sorgen. Sie könnten erleben, wie ihre Unternehmen über Nacht zusammenbrechen. Henry Wykowski, ein Anwalt aus San Francisco, berichtet von seinen Erfahrungen mit Beschlagnahmungen. „Vor Jahren vertrat ich einen Mann mit einer ganzen Flotte von Privatjets. Das Finanzamt erwirkte einen Steuerbescheid gegen ihn, inventarisierte seine Flotte und versteigerte zwei Wochen später drei seiner Flugzeuge.“ Angesichts dieser Aussage des Anwalts ist klar, dass so mancher Cannabisunternehmer schon jetzt in Panik gerät. Es ist zudem möglich, dass sich das Finanzamt nicht nur auf die Beschlagnahme der Substanzen beschränkt. Tatsächlich könnte auch die Betriebsausstattung beschlagnahmt werden. Dazu gehören, wie in den Schulungsunterlagen der Beamten erwähnt, „Registrierkassen, Tresore und sonstige Ausrüstung“. Die Verfahren zur Prüfung von Cannabisunternehmen
Tatsächlich, ein
IRS-Leitfaden
Dieses Dokument beschreibt detailliert die Prüfverfahren der Behörde für Cannabisunternehmen. So wissen die Inhaber, was sie erwartet. Die Verfahren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Zutritt und Besuch: Wie in anderen Branchen empfiehlt die US-Steuerbehörde (IRS), dass die Prüfer im Erstgespräch so viele Informationen wie möglich sammeln. Prüfer werden ermutigt, einen Besuch im Unternehmen durchzuführen oder anzuordnen.
Indirekte Methoden: Indirekte Methoden, wie die Berechnung des Umsatzes zur Ermittlung der Produktion oder die Berechnung des Nettovermögens des Inhabers im Zeitverlauf, helfen dabei, nicht deklarierte Einkünfte aufzudecken.
Externe Datenbanken: Die IRS greift zunehmend auf externe Datenbanken und Aufzeichnungen zurück, die Informationen über den Cannabishandel liefern. Dazu gehören insbesondere: reguläre staatliche Daten, Kassendaten von Technologieanbietern, Strom- und Wasserrechnungen von Versorgungsunternehmen, Daten von Geldtransportern, Geldautomatendaten von Ausgabestellen und Investorenprospekte. Quellen:
- https://mjbizdaily.com/confidential-irs-marijuana-guide-details-audit-procedures-for-agents-to-follow/
- https://mjbizdaily.com/irs-agents-trained-on-marijuana-audits-section-280e/ https://www.irs.gov/businesses/small-businesses-self-employed/marijuana-industry-frequently-asked-questions