Öffnen wir uns der Welt. Verlassen wir den europäischen Horizont. Beobachten wir die Entwicklung des Cannabis-Sektors anderswo. Dabei fällt sofort auf: Lateinamerika könnte die am schnellsten wachsende Cannabisindustrie haben. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen zunächst einen Überblick über die führenden Akteure geben und anschließend einige Faktoren aufzeigen, die zu diesem rasanten Wachstum beitragen.
Sommaire
ToggleKolumbien an der Spitze
Tatsächlich könnte Kolumbien zum weltweit größten Lieferanten von medizinischem Cannabis werden. Dies mag überraschen, insbesondere da das Land – zumindest im Vergleich zu anderen westlichen Großmächten – technologisch nicht sehr fortgeschritten ist. Die Regierung plant, Drogenbanden zu bekämpfen. Zu diesem Zweck beschloss sie 2015, den Markt für medizinisches Cannabis zu regulieren. Um die rasante Entwicklung dieser Branche zu fördern, ist es daher entscheidend, die richtigen Strategien zu verfolgen.
Vor diesem Hintergrund lag der Fokus auf der Senkung der Produktionskosten und der Umsetzung fortschrittlicher Gesetze. Diese beiden Faktoren tragen, zusammen mit dem Klima Kolumbiens und der vorteilhaften Lage des Landes, zum schnellen Wachstum der Cannabisindustrie bei. All dies macht das Land zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten. Es ist daher sehr attraktiv für ausländische Investitionen, was wiederum den Sektor stärkt und ankurbelt.
Mexiko, ein attraktiver Standort
Tatsächlich: Mexiko legalisiert Cannabis Medizinisches Cannabis im Jahr 2017. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Gründe im Wesentlichen dieselben sind wie in Kolumbien. Allerdings ist die Einfuhr, der Verkauf und der Konsum von Produkten mit einem THC-Gehalt von unter 1 % erlaubt. Mexiko dürfte sich daher zu einem der wichtigsten Cannabismärkte Lateinamerikas entwickeln. Das Land hat 128,6 Millionen Einwohner, von denen 10 % medizinisches Cannabis beziehen.
Dies macht Mexiko zu einem riesigen Markt und somit zu einem attraktiven Ziel für Investoren. Viele kanadische Unternehmen möchten dort investieren, da sie Mexiko als Katalysator für den nordamerikanischen Cannabismarkt sehen.
Uruguay: Lockt ein liberales Cannabisgesetz Investoren an?
Uruguay liegt zwischen Brasilien und Argentinien, zwei Ländern, die in der Cannabisbranche deutlich weiter fortgeschritten sind. Daher wird das Land etwas vernachlässigt. Große Investoren sind derzeit nicht präsent. Dennoch gibt Uruguay die Hoffnung nicht auf. Um das Wachstum dieses Sektors zu fördern, setzen uruguayische Gesetzgeber ein Instrument ein, das durchaus Erfolg versprechen könnte: Seit fast acht Jahren gelten in Uruguay liberale Cannabisgesetze! Innerhalb weniger Jahre erreichte Uruguay mit staatlicher Unterstützung als erstes Land jährliche Exporte von medizinischen Cannabisprodukten im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar.
Diese liberale Gesetzgebung gibt Investoren Sicherheit. Sie wissen, dass ihre Investitionen sicher sind und das Verlustrisiko durch repressive Gesetze minimal ist. Daher investieren sie ohne Zögern. Und das ist gut für Uruguay. Suriname gehört nun zu den wichtigsten Akteuren auf dem Markt!
Suriname gehört sicherlich nicht zu den Ländern, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn man über die Cannabisindustrie spricht. Doch die Natur hat dem Land beträchtliches Potenzial für diesen Sektor verliehen. Tatsächlich verfügt Suriname über ein hervorragendes Klima und niedrige Produktionskosten. Die Verantwortlichen wollen dies nutzen. In diesem Zusammenhang ist der Anbau von Hanf und DPC (drogenresistentem Cannabis) bereits genehmigt. Die Legalisierung von Heilkräutern ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Suriname hat aber alles, was es braucht, um in diesem Sektor erfolgreich zu sein. Die Beziehungen zu den Niederlanden erleichtern zudem den Export nach Europa. Auch der Export nach Nordamerika wird durch die geografische Lage vereinfacht. Nun gilt es, den vollständigen Abschluss des Legalisierungsprozesses abzuwarten. Die Regierung prüft derzeit noch die Einführung eines Regulierungsrahmens. Hat Lateinamerika die Erfolgsformel gefunden?
Angesichts des rasanten Wachstums der Cannabisindustrie in Lateinamerika